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Noch bis vor wenigen Jahren durften die Kabelnetzbetreiber der Schweiz ihre Netze für nichts anderes als Radio- und Fernsehverteilung nutzen. Die Telecom PTT hatte das Monopol auf Telekommunikationsdiensten, insbesondere bei der Telefonie. Die Liberalisierung im Januar 1998 öffnete den Kabelnetzbetreibern die Möglichkeit, auch Telekomdienste wie Internet, Punkt-zu-Punkt Verbindungen, Telefon- und Multimediadienste anzubieten.
Rund 2.9 Mio. oder über 90% aller Schweizer TV-Haushalte werden heute mit Kabelfernsehen versorgt. Dieser Anteil ist weltweit einer der höchsten. Ein solches System von Kabelnetzen eignet sich ausgezeichnet, neben dem Telefonnetz der Swisscom als zweites flächendeckenden Lokalnetz für Telekommunikation.
Einige Netze sind jedoch noch nicht für den kommerziellen Telekombetrieb ausgelegt, da die Fernsehdaten nur in einer Richtung, von der Kopfzenrale (Headend) zum Kabelfernseh-Abonnenten fliessen. Bei den neu aufgerüsteten Netzen ist zwar der Rückwärtskanal vorbereitet, um auf dem Netz 2-Weg-Dienste anzubieten, braucht es jedoch noch beträchtliche Investitionen für die Kabelnetzbetreiber (ca. sFr. 300.- bis 500.- pro Kabelfernseh-Anschluss). Beim schnellen Internet-Zugriff über Kabel- TV-Anlagen zeigen sich auf der ganzen Welt mehr oder weniger dieselben Probleme. Die Anpassung der Kabel-TV-Netze und der Umbau der kompletten Hausverteilanlage gehen langsam vorwärts. Vor allem bei grösseren Netzwerkknoten mit vielen aufgeschalteten aktiven Hausverteilanlagen treten noch Übertragungsstörungen (Ingress-Probleme) auf. Die Hausverteilanlagen müssen mit speziellen Filtern und oft mit neuen Multimedia-tauglichen Antennendosen umgerüstet werden.
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Schema eines für Internetdienste ausgerüstetes Kabelnetz
Dokumente zum Thema: 3sat Real Video zu TV-Kabel als Breitbandzugang (3sat Sendung "neues" vom 11.06.2001)
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