UPC SOHO und "Best effort"

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luetm
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UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von luetm » 05.03.2018, 15:28

Hallo zusammen

Wir haben einen "Fiber" Anschluss 500/50 bei der UPC bei unserer Backup-Site. Im Büro haben wir Fiber7 (1000/1000). Unser Ziel ist es nun, Backups vom Büro zur Backup-Site zu kopieren. Dabei hätten wir ja theoretisch 500MBit/s. Tatsächlich ist der Durchsatz jedoch nur 20MBit (5%!!!). Der SOHO Support sagt sinngemäss, dass für SOHO Kunden halt der best effort gilt und wir halt ein VPN kaufen müssen.

Die Init7 sagt jedoch, sie seinen an einem Ausbau interessiert, die UPC blockt jedoch. Wiederspricht dies dem "best effort" Prinzip oder müssen wir damit leben?

Vielen Dank im Voraus!

digitalwallis
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von digitalwallis » 05.03.2018, 17:03

Wo bist Du Zuhause ?
20Mbit ist so tief da sagt sicher kein Provider (ausser bei DSL) das sein Best effort das ist eine Katastrophe!

Bist Du sicher das es 20MBit nicht 20MBytes ist? das wäre zumindest ein drittel.

500MBit ist ca 62.5Mbyte, was jedoch eher nicht realistisch ist, so 50-60MBytes sind es aber eher.

Zur Aussage "Die Init7 sagt jedoch, sie seinen an einem Ausbau interessiert, die UPC blockt jedoch."
Tja das ist technisch nicht korrekt, es ist sicher kein Fiber 2 Home sondern ein Kabelnetz. Andere Struktur, die mit Trittbrettfahrer, die kein eigene Netz bauen wollen, praktisch nicht vernünftig geteilt werden kann. Ja es gibt Netze mit mehreren Provider da willst aber keine Dienste haben.

Gruss Dani

luetm
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von luetm » 05.03.2018, 17:23

Hoi digitalwallis
Wo bist Du Zuhause?
Es handelt sich um eine Verbindung in der Ostschweiz, zwischen Herisau und Appenzell.
Bist Du sicher das es 20MBit nicht 20MBytes ist? das wäre zumindest ein drittel.
Es sind sicher 20Mbit, nicht byte. Die Speed-Tests auf die Speed-Test Server gehen fix, es ist einfach das Routing zwischen den beiden Standorten.
Zur Aussage "Die Init7 sagt jedoch, sie seinen an einem Ausbau interessiert, die UPC blockt jedoch."
Tja das ist technisch nicht korrekt, es ist sicher kein Fiber 2 Home sondern ein Kabelnetz. Andere Struktur, die mit Trittbrettfahrer, die kein eigene Netz bauen wollen, praktisch nicht vernünftig geteilt werden kann. Ja es gibt Netze mit mehreren Provider da willst aber keine Dienste haben.
Im Detail sagt die Init7, dass bereits eine direkte Verbindung zwischen den beiden existiert, diese jedoch am Limit ist und die UPC sie nicht ausbauen will. An der Backup-Site ist es kein FTTH, im Büro schon (deswegen ja auch Fiber7). Ich erwarte ja keine Wunder, aber etwas mehr als 20Mbit schon. Die Leitung bringts ja, was man bei den Speedtests ja sieht:

Speedtest.net Resultate an der Backup-Site:
- UPC -> GGA-Maur (Binz): ~300Mbit
- UPC -> Init7: 80Mbit

Es ist nur das Routing zwischen den beiden, nicht das Kupfer in Appenzell.

Kann ich reklamieren, wenn die Verbindung eigentlich schnell ist, einfach die Verbindung in ein Netz langsam ist? Schlussendlich brauche ich die Leitung 98% für die Verbindung Herisau <---> Appenzell...

digitalwallis
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von digitalwallis » 05.03.2018, 18:00

Ach so Du Bemängelst nicht die Performance der UPC ins I-Netz, sondern das Routing zu Init7.

Obwohl
UPC -> GGA-Maur (Binz): ~300Mbit

nicht das Gelbe vom Ei ist, ich wäre nicht so grosszügig, wenn es sicher nicht am eigenen Router liegt, würde ich deswegen reklamieren.

Ich würde dies mit der UPC weiter besprechen und mich nicht vom First-Level abspeisen lassen. Ich habe Dir leider keinen Tipp, dies ist jenseits meines Wissens. Aber einfach nicht locker lassen. Poste deine Lösung bitte auch hier, so das andere davon Profitieren können.

Gruss Dani

luetm
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von luetm » 06.03.2018, 08:46

Das Gelbe vom Ei ist es nicht, richtig. Aber es wäre immerhin mal etwas. Wir haben da eine USG-60, die sollte die 500Mbit schon hinbekommen (haben im Moment keine IDP/AV Lizenzen drauf bis es richtig läuft).

Im Moment bin ich beim 3rd Level (angeblich). Werde melden, wie's weitergeht. Vielen Dank bis hierher schonmal! :!:

pato
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von pato » 06.03.2018, 10:30

Wie misst du die Geschwindigkeit zwischen den beiden Standorten?
Ich würde iperf mit TCP nutzen, um wirklich realistische Test Resultate zu bekommen.

luetm
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von luetm » 07.03.2018, 13:40

pato hat geschrieben:
06.03.2018, 10:30
Wie misst du die Geschwindigkeit zwischen den beiden Standorten?
Ich würde iperf mit TCP nutzen, um wirklich realistische Test Resultate zu bekommen.
Bisher mit LAN Speed Test und LST Server. Die Messung stimmt auch mit der Backup-Performance überein. Ich werde einmal mit iperf messen und Rückmeldung geben.

luetm
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von luetm » 07.03.2018, 13:48

iperf3 bestätigt:

Code: Alles auswählen

[  4]   0.00-10.01  sec  25.5 MBytes  21.4 Mbits/sec

pato
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von pato » 07.03.2018, 14:35

Ja sieht wirklich nach einem Flaschenhals irgendwo aus. Leider hast du auf Peering zwischen Providern keinen grossen, bis gar keinen, Einfluss :(
Dies spielt übrigens stark ins Thema Netzneutralität, dazu findest du bei Init7 etwas gutes zum lesen.

OliH
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von OliH » 07.03.2018, 17:16

Ich nehme an, Du hast die weisse Connect-Box von Cablecom? Bitte bestätigen.

Dann mach einmal einen Versuch ohne die USG-60 Firewall. Die ConnectBox liefert nämlichen keinen konstanten Datenstrom sondern schickt die Daten in 'Chunks' - dann aber mit 1 GBit/s.
Selbst wenn diese USG-60 Gigabit-Ethernet hat und selbst wenn sie auf dem Papier 1 GBit/s stemmen können sollte kann es sein, dass Du packet-Drops hast zwischen der ConnectBox und der USG-60. Und dann bricht die Performance bei TCP sehr schnell massiv ein.

Daher wirklich einmal versuchen: Dein NAS/Server/PC/was-auch-immer direkt an die ConnectBox anstöpseln. Einmal. Nur zum schauen.

doom
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von doom » 08.03.2018, 22:31

Im Detail sagt die Init7, dass bereits eine direkte Verbindung zwischen den beiden existiert, diese jedoch am Limit ist und die UPC sie nicht ausbauen will
Willkommen bei der Netzneutralität. Klopf doch mal bei der Schlichtungsstelle an... und wenn sie dich dann abwimmeln gehst du damit zur Presse weil da haben wir den Präzendenzfall der zeigt dass die Provider versuchen die Bevölkerung für blöd zu verkaufen. Passiv agressiver Nichtausbau einer überlasteten Leitung kommt für den Endkunden auf dasselbe wie Verbindungen drosseln.

Und wenn du die UPC Leitung grossmehrheitlich für die Verbindung zum Fiber7 Standort benutzt, aber nur 20mbit kriegst, wieso wechselst du dort nicht von UPC zu Init7 (Copper7)? Wenn du per DSL mehr als 20mbit kriegst, hast du ja bereits gewonnen, oder sehe ich das falsch? Und bis 2021 will Swisscom ja an den meisten Orten "Glasfasertechnologie" anbieten, d.h. dein DSL wird schneller.

Übrigens: Finger weg von Swisscom in dem Bereich, die sind beim Peering noch übler als UPC (Swisscom hat eine 2:1 peering policy, UPC hat 3:1).
Bild

luetm
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von luetm » 20.03.2018, 16:15

OliH hat geschrieben:
07.03.2018, 17:16
Ich nehme an, Du hast die weisse Connect-Box von Cablecom? Bitte bestätigen.

Dann mach einmal einen Versuch ohne die USG-60 Firewall. Die ConnectBox liefert nämlichen keinen konstanten Datenstrom sondern schickt die Daten in 'Chunks' - dann aber mit 1 GBit/s.
Selbst wenn diese USG-60 Gigabit-Ethernet hat und selbst wenn sie auf dem Papier 1 GBit/s stemmen können sollte kann es sein, dass Du packet-Drops hast zwischen der ConnectBox und der USG-60. Und dann bricht die Performance bei TCP sehr schnell massiv ein.

Daher wirklich einmal versuchen: Dein NAS/Server/PC/was-auch-immer direkt an die ConnectBox anstöpseln. Einmal. Nur zum schauen.
Ja, ich habe eine weisse Connect-Box. Werden den Versuch einmal machen, jedoch ist der Speed zu anderen Providern gut, nur zu init7 nicht (wie sich im speedtest zeigt).

luetm
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Re: UPC SOHO und "Best effort"

Beitrag von luetm » 20.03.2018, 16:20

doom hat geschrieben:
08.03.2018, 22:31
Im Detail sagt die Init7, dass bereits eine direkte Verbindung zwischen den beiden existiert, diese jedoch am Limit ist und die UPC sie nicht ausbauen will
Willkommen bei der Netzneutralität. Klopf doch mal bei der Schlichtungsstelle an... und wenn sie dich dann abwimmeln gehst du damit zur Presse weil da haben wir den Präzendenzfall der zeigt dass die Provider versuchen die Bevölkerung für blöd zu verkaufen. Passiv agressiver Nichtausbau einer überlasteten Leitung kommt für den Endkunden auf dasselbe wie Verbindungen drosseln.

Und wenn du die UPC Leitung grossmehrheitlich für die Verbindung zum Fiber7 Standort benutzt, aber nur 20mbit kriegst, wieso wechselst du dort nicht von UPC zu Init7 (Copper7)? Wenn du per DSL mehr als 20mbit kriegst, hast du ja bereits gewonnen, oder sehe ich das falsch? Und bis 2021 will Swisscom ja an den meisten Orten "Glasfasertechnologie" anbieten, d.h. dein DSL wird schneller.

Übrigens: Finger weg von Swisscom in dem Bereich, die sind beim Peering noch übler als UPC (Swisscom hat eine 2:1 peering policy, UPC hat 3:1).
Copper7 wäre sicher eine Alternative. Man müsste dann den Speed abklären.

Heute wurde mein Ticket bei der UPC ohne Antwort geschlossen (als resolved, :roll: ). Ich habe dann protestiert und wurde umgehend von einem 'neuen' Support-Mitarbeiter angerufen. Dieser will nun alles mit der Peering-Abteilung klären und sich wieder melden. Wenn das nicht hilft, gehe ich deinem Rat nach.

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