D: Gesetzentwurf zur freien Router-Wahl

Diskussionen zu Netzbetreibern und Providern.
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PatPowerMan
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D: Gesetzentwurf zur freien Router-Wahl

Beitrag von PatPowerMan » 13.08.2015, 16:03

Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzentwurf verabschiedet, der den Router-Markt liberalisieren soll. Wird das Gesetz beschlossen, dürfen Netzbetreiber künftig keine Zwangsrouter mehr vorschreiben.

Kunden werden künftig ihren Router selbst aussuchen können, teilt das Bundeswirtschaftsministerium mit und setzt damit eine Ankündigung vom Frühjahr dieses Jahres um. Das Bundeskabinett verabschiedete am heutigen Donnerstag den Gesetzentwurf zur Abschaffung des Routerzwangs. Das Gesetz für Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen (FTEG) soll künftig gewährleisten, dass alle Arten von Endgeräten, also Router oder auch Kabelmodems, von der Liberalisierung erfasst sind.
...
Das führt auch dazu, dass die Anbieter ihren Kunden die Zugangsdaten für Internet- und VoIP-Dienste mitteilen müssen, damit diese den Zugang mit einem beliebigen Gerät herstellen können; der Gesetzentwurf schreibt eine kostenlose und unaufgeforderte Mitteilung dieser Daten bei Vertragsschluss vor...
Quelle und vollständiger Artikel: http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 78478.html

Wäre doch toll, wenn bei uns - egal bei welchem Provider - die freie Routerwahl auch möglich wäre :idea: :wink:

CL
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Beitrag von CL » 14.08.2015, 09:01

Die deutsche Bundesregierung hat offensichtlich keine sinnvollere Arbeit!!

PatPowerMan
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Beitrag von PatPowerMan » 14.08.2015, 09:07

@CL: Ausnahmsweise finde ich das schon ein sinnvolles Gesetz. Vorallem, wenn man bedenkt, was für eingeschränkte Geräte uns die Provider aktuell aufzwingen.

Warum findest Du das negativ?

fiNalius
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Beitrag von fiNalius » 14.08.2015, 15:02

Hätte nie gedacht, dass sich genug Leute dafür interessieren könnten, dass das im Bundestag überhaupt besprochen geschweige denn beschlossen wird. Offenbar haben die gängigen Router-Hersteller mächtige Lobbyisten in Berlin :)

Nichts desto trotz ist die Entwicklung natürlich sehr zu begrüssen.
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Mephi
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Beitrag von Mephi » 17.08.2015, 15:58

Diese Änderung des deutschen " Gesetzes für Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen (FTEG) " ist nicht gering zu schätzen. Sie ist essenziell für den freien Zugang zur Telekommunikation. Es geht hier um die Schnittstelle zum privaten Raum, so weiter im von Pat angeführten Zitat:
Der Entwurf stellt zudem durch eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) klar, dass der Netzabschlusspunkt passiv ist, vor dem Router liegt und zum Anschluss des aktiven Endgeräts, also des Routers, dient. Einige Netzbetreiber hatten den Router selbst als aktiven Abschlusspunkt definiert und daraus das Recht abgeleitet, diesen dem Kunden vorschreiben zu können.
Dies sollte auch in der CH-Gesetzgebung festgehalten werden. Die eidg. Räte debattieren aber lieber über Einschränkungen im Fermeldeverkehr. Ziehen wir uns lieber mal warm an für das fraglos kommende Referendum zum Überwachungsgesetz (BÜPF).

aargau
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Beitrag von aargau » 24.08.2015, 03:02

Ich frage mich wie die sich das vorstellen...
Bei DSL sehe ich da kein Problem, da gibt es aber auch keinen zwang, solange man keine IP telefonie über den Provider macht...

Bei Cable hingegen gibt es da gewisse Probleme die sowas verunmöglichen bzw. für den provider ziemlich schwierig machen.

Generell bin ich auch nicht für Zwangsgeräte, aber solange man dahinter installieren kann was man will und das billige Gerät vom Provider meine IP Pakete nicht filtert -> als Bridge läuft ist mir das sowas von wurst was für ein Gerät da nun hängt. Dafür verlange ich aber auch Support vom Anbieter. Mit dem eigenen Modem ist es erstmal mein Problem wenn etwas nicht läuft und ich muss zeigen, dass es vor dem Modem liegt -> zweites Modem wird wohl pflicht ;-)

PatPowerMan
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Beitrag von PatPowerMan » 24.08.2015, 08:46

aargau hat geschrieben:Bei Cable hingegen gibt es da gewisse Probleme die sowas verunmöglichen bzw. für den provider ziemlich schwierig machen.
Die da wären?

Solange ein Provider jedem Kunden die Wahl lässt, ob er ein Modem mit Support (vom Provider) oder ein Modem ohne Support (selbst gekauft) einsetzt, sehe ich kein wirkliches Problem. Natürlich muss ein solches Kabelmodem fähig sein, von Aussen mit gewissen Parametern wie z.B. der Abogeschwindigkeit konfiguriert zu werden.

Welche Probleme siehst Du sonst?

doom
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Beitrag von doom » 24.08.2015, 22:41

Ich dachte die Abogeschwindigkeit würde schon seit mehr als einem Jahrzent zentral geregelt weil sich findige Leute am eigenen Modem zu schaffen gemacht haben um den maximalen Speed aus dem minimalen Abo rauszuholen?
Bei DSL sehe ich da kein Problem, da gibt es aber auch keinen zwang, solange man keine IP telefonie über den Provider macht...
Die Herausgabe der SIP Credentials gehört aber explizit dazu. Natürlich darf man gewisse Ansprüche ans Kundenknowhow stellen - aber man bedenke dass es genügend reine SIP Telefonieanbieter gibt wo man mit irgendeinem Gerät kommen darf. So wirklich alle Geräte muss man ja eh nicht supporten - ich glaube kaum dass unerfahrene Leute mit irgend einem Business Router daherkomen würden. Leute die so was vom Kaliber ubiquity oder Cisco einsetzen haben schon mal gewisse Grundkenntnisse und wissen wo sie sich Hilfe holen. Damit bleiben die 08/15 Geräte aus einem Media Markt, Digitec oder Brack. Und die laufen im allgemeinen ohne Konfiguration schon mal ganz gut. Viele davon sind mittlerweile sogar so vorbereitet dass man sie einfach für IPTV einstellen kann. Angeben bei welchem Provider man ist, den Port auswählen, und voila.
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sichler
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Beitrag von sichler » 25.08.2015, 07:56

Für mich ist das Kablemodem als Bridge ein Medienkonverter. Von COAX nach ethernet/Telephone. Das heisst solange ich das Cabelmodem als Brdige schalten kann und hinten ungefiltertes Internet rauskommt. Mit allen Ports bin ich zufrieden. Was tatsächlich schön wär wenn man noch an die SIP Daten rankäme. Ist aber ein Nice to have solange andere SIP Provider nicht beeinflusst werden.

Mir gefällt das Plug und Play prinzip der unverschlüsselten Kabelwelt. Einstecken und es funktioniert. Keine anmeldedaten und ich kann hinterher trotzdem alles so konfigurieren wie ich will.

Gruss MArtin

fiNalius
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Beitrag von fiNalius » 25.08.2015, 09:53

sichler hat geschrieben:Für mich ist das Kablemodem als Bridge ein Medienkonverter. Von COAX nach ethernet/Telephone. Das heisst solange ich das Cabelmodem als Brdige schalten kann und hinten ungefiltertes Internet rauskommt. Mit allen Ports bin ich zufrieden. Was tatsächlich schön wär wenn man noch an die SIP Daten rankäme. Ist aber ein Nice to have solange andere SIP Provider nicht beeinflusst werden.
Ist halt ein extra Gerät und braucht damit extra Strom. Ich würde die 10W gerne sparen :)
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PatPowerMan
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Beitrag von PatPowerMan » 25.08.2015, 10:36

Da gehts mir wie fiNalius. Stellt Euch vor, man könnte eine Fritz!Box 6490 direkt an die CC-Steckdose anschliessen. Ohne zusätzliches Modem. :wink:

sichler
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D: Gesetzentwurf zur freien Router-Wahl

Beitrag von sichler » 25.08.2015, 15:32

Ok mir sind die 10 Watt ziemlich egal. Ich hab noch ein paar Solarzellen auf dem Dach und so zahle ich statt 16.70 vielleicht 8.40. Zudem würde der zusätzliche Modem Teil ja auch noch was brauchen

Gruss MArtin

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